BASF ist nicht nur eine Fabrik. Es handelt sich um einen weitläufigen industriellen Organismus, der seit 1865 Chemikalien in die Weltwirtschaft einspeist. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, Deutschland, und ist in rund 30 Ländern tätig. Sein Fußabdruck ist riesig. Sie finden die Produkte in allem, von den synthetischen Fasern in Ihren Socken bis hin zu den Kunststoffen im Armaturenbrett Ihres Autos.
Die Ursprünge sind bescheiden, fast ironisch für einen Chemieriesen. Friedrich Engelhorn, ein ehemaliger Goldschmied, gründete das Unternehmen in Mannheim. Er nannte sie „Badische Anilin- & Soda-Fabrik“. Er war einer der ersten, der aus Grundstoffen ein komplettes Spektrum an Chemikalien herstellte. Der Schwerpunkt lag zunächst auf Farbstoffen. Kohlenteerfarbstoffe. Engelhorn hat verstanden, dass man, wenn man die Zutaten kontrolliert, auch das fertige Produkt kontrolliert.
Dann kam der Krieg. Und die Fusionen.
Zwischen 1925 und 1945 wurde BASF von der IG Farben geschluckt. Damals war dies der weltweit größte Chemiekonzern. Es war ein monströser Industriekomplex, der tief in die Maschinerie des Dritten Reiches verstrickt war. Als die Alliierten 1945 die IG Farben auflösten, wurden die Stücke verstreut. Als eines der drei Nachfolgeunternehmen wurde die BASF 1952 neu gegründet. Es musste neu aufgebaut werden. Es musste sich neu definieren.
Auch der Name hat sich geändert. Der lange, beschreibende deutsche Titel wurde gestrichen. 1973 wurde daraus die BASF Aktiengesellschaft. Die Veränderung war mehr als kosmetischer Natur. Es signalisierte den Schritt hin zu einer modernen, globalen Unternehmensidentität.
Heute ist das Ausmaß atemberaubend. BASF fördert Erdöl und Erdgas. Es stellt Düngemittel her. Es stellt synthetische Fasern, Farbstoffe, Pigmente, Kali und Salz her. Die Liste geht weiter. Tinten. Druckzubehör. Elektronische Aufzeichnungsmaterialien. Kosmetische Grundlagen. Arzneimittel. Das Unternehmen macht nicht nur eine Sache gut. Es stellt fast alles her, was Chemie erfordert.
Der Hauptsitz bleibt in Ludwigshafen, gegenüber dem ursprünglichen Standort Mannheim. Der Umzug erfolgte im Jahr 1919. Seitdem hat sich der Standort zu einer eigenständigen Stadt entwickelt, deren Mittelpunkt das Werk ist.
Besteht bei einer solchen Diversifizierung ein Risiko? Vielleicht. Komplexe Lieferketten sind anfällig. Die behördliche Kontrolle der chemischen Herstellung wird intensiver. Aber die schiere Größe des BASF-Geschäfts legt eine andere Strategie nahe. Es geht um Unentbehrlichkeit. Wenn Sie ein bestimmtes Polymer oder ein hochwertiges Pigment benötigen, suchen Sie keinen Spezialisten. Du siehst den Riesen an.
Die Geschichte des Unternehmens ist eine Überlebensstudie. Es überlebte den Zusammenbruch eines Imperiums. Es überlebte den Zerfall eines Monopols. Es überlebte die wechselnden Gezeiten des Welthandels. Jetzt sitzt es in Ludwigshafen und produziert die unsichtbare Infrastruktur des modernen Lebens. Ein Molekül nach dem anderen.


























