Rhône-Poulenc SA war in der Medizin nicht immer ein bekannter Name. Es begann 1801 als Farbstoffhersteller. Der ursprüngliche Name war Maison Debai-Extraits Tintoriaux. Das ist ein Scherz für das, was im Wesentlichen ein Geschäft war, das Farben für Textilien verkaufte. 1895 erfolgte die Umbenennung in Société Chimique des Usines du Rhône. Die Chemiefabriken von Rhône. Es klang industriell. Es war industriell.
Doch 1928 änderte sich der Kurs. Rhône-Poulenc fusionierte mit den Établissements Poulenc Frères. Das war nicht irgendein Unternehmen. Es war das von Camille Poulenc gegründete Pharmaunternehmen. Er wird oft als Begründer der französischen Pharmaindustrie bezeichnet. Er arbeitete eng mit Pierre und Marie Curie zusammen. Durch den Zusammenschluss entstand die Société des Usines Chimiques Rhône-Poulenc. Das Unternehmen drehte sich sofort um. Es wurden Tochtergesellschaften zur Entwicklung pharmazeutischer Spezialitäten gegründet. Außerdem wurde in neue Techniken zur Herstellung synthetischer Textilien investiert.
Von der Verstaatlichung zur globalen Expansion
Frankreich trat 1957 der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bei. Rhône-Poulenc nutzte diesen Wandel, um die französische Chemieindustrie neu zu organisieren. Die Bewegungen waren aggressiv. 1961 übernahm das Unternehmen Celtex. Celtex war ein bedeutender Hersteller synthetischer Fasern. Diese Akquisition machte Rhône-Poulenc zu einem führenden Unternehmen in diesem Bereich in Frankreich.
1982 veränderte sich die politische Landschaft erneut. Die französische Regierung verstaatlichte das Unternehmen. Dadurch wurde es unter staatliche Kontrolle gestellt. Doch die Regierung änderte ihre Meinung. 1993 ging Rhône-Poulenc wieder in Privatbesitz über.
Die öffentliche Wahrnehmung blieb hinter den tatsächlichen Einnahmequellen zurück. Einen größeren Anteil an der Produktion des Unternehmens hatten synthetische Fasern. Dennoch identifizierte die französische Öffentlichkeit Rhône-Poulenc immer noch mit seinen Arzneimittelprodukten. Der Markenwert im Gesundheitswesen war einfach stärker.
Diese Anerkennung zahlte sich Mitte der 90er Jahre aus. 1995 erwarb eine ihrer wichtigsten Tochtergesellschaften, Rhône-Poulenc Rorer, Inc., Fisons. Fisons war ein großer britischer Arzneimittelhersteller. Der Deal erweiterte ihre Reichweite erheblich.
Ein diversifiziertes Imperium vor der Fusion
Der Umfang des Unternehmens war riesig. Es waren nicht nur Pillen und Ballaststoffe. Es wurden Kunststoffe hergestellt. Es stellte feine Spezialchemikalien her. Es entstanden Folien für Verpackungen. Es wurden elektromagnetische Bänder hergestellt. Es baute Kommunikations- und Kopiersysteme.
Die Liste der Konsumgüter war endlos. Textilien. Klebstoffe. Farben. Lacke. Agrarchemikalien. Der Großteil der Verkäufe blieb in Frankreich. Aber die Expansion war global. Es erschloss wichtige Märkte in anderen westeuropäischen Ländern. Es expandierte nach Amerika. Es hatte einen Fußabdruck in Afrika. Es wuchs in Australien und im Nahen Osten. Es gelangte in den Fernen Osten.
Diese internationalen Märkte sind nach der Fusion nicht verschwunden. Sie wurden zur Grundlage des nächsten Kapitels. 1999 fusionierte Rhône-Poulenc mit der Hoechst Aktiengesellschaft. Das Ergebnis war Aventis. Ein französisch-deutsches Pharmaunternehmen. Die Jahrzehnte zuvor aufgebaute globale Reichweite trug direkt zur internationalen Präsenz von Aventis bei.
Das Unternehmen, das 1801 als einfache Färberei begann, hatte Verstaatlichungen, Privatisierungen und massive Unternehmensfusionen gemeistert. Es


























