Walmart und OpenAI wechseln vom fehlerhaften KI-Shopping zur Chatbot-Integration

3

Walmart und OpenAI geben ihren ursprünglichen Ansatz für KI-gestütztes Einkaufen auf, nachdem sich die „Instant Checkout“-Funktion in ChatGPT als weitgehend wirkungslos erwiesen hat. Laut Daniel Danker, Design- und Produktleiter bei Walmart, waren die Conversion-Raten bei Käufen, die direkt im Chatbot getätigt wurden, dreimal niedriger als bei Käufen, die einen Klick auf die Website von Walmart erforderten.

Das im November gestartete frühe Experiment zielte darauf ab, E-Commerce direkt in die Chatbot-Schnittstelle von OpenAI zu integrieren, sodass Benutzer Produkte bestellen können, ohne ChatGPT zu verlassen. Die Idee war, dass KI-Agenten den Umsatz steigern könnten, indem sie Provisionen für Einkäufe verdienen. Allerdings schreckte das umständliche Erlebnis – das Erzwingen einer individuellen Kasse für jeden Artikel – Kunden ab, die befürchteten, für eine einzelne Bestellung mehrere Lieferungen zu erhalten.

### Der Wandel zu eingebetteten Chatbots

Anstatt das kaputte „Instant Checkout“ zu reparieren, streben Walmart und OpenAI die Einbettung von Walmarts eigenem Chatbot, Sparky, direkt in ChatGPT und Googles Gemini an. Damit ist das Kernproblem gelöst: Verbraucher bevorzugen Sammelkassen. Sparky wird mit vorhandenen Walmart-Warenkörben synchronisiert und ermöglicht so einen natürlicheren Einkaufsfluss.

Der Schritt erfolgt, da sich OpenAI wieder auf die Verbesserung der Produktrecherche konzentriert und gleichzeitig Händlern mehr Kontrolle über den Checkout-Prozess gibt. OpenAI-Sprecherin Taya Christianson erklärte, das Unternehmen wolle sich „auf Verbesserungen konzentrieren, um Benutzern die Produktrecherche zu erleichtern und gleichzeitig Händlern mehr Kontrolle über den Checkout zu geben“.

Warum das wichtig ist: Die Zukunft des KI-Handels

Das Scheitern von Instant Checkout unterstreicht die Herausforderungen des vollautomatisierten E-Commerce. Während KI beim Einkaufen helfen kann, kann sie den menschlichen Wunsch nach Kontrolle und Bequemlichkeit nicht ersetzen. Das neue Modell behebt dieses Problem, indem es das Walmart-Erlebnis in bestehende Chatbots integriert, anstatt Kunden in ein fragmentiertes System zu zwingen.

Walmart hat einige Produkte vom Instant Checkout ausgeschlossen, weil man wusste, dass „das Erlebnis beim Bezahlen einzelner Artikel in manchen Fällen nachteilig ist“. Wenn jemand beispielsweise einen Fernseher kauft, muss er wahrscheinlich Zubehör wie HDMI-Kabel kaufen. Auf seiner Website kann Walmart Käufer zum Kauf eines Pakets anregen, um eine frustrierende Installationserfahrung zu vermeiden. Durch Sparky wird Walmart in der Lage sein, dies in Chatbots zu reproduzieren.

Walmarts strategischer Vorteil

Walmart sieht in ChatGPT eine wichtige Quelle für neue Kunden, die die Rate im Vergleich zu herkömmlichen Suchmaschinen verdoppelt. Der Chatbot zieht ein anderes Publikum an als typische Walmart-Käufer, aber aufgrund der breiten Auswahl und Preisgestaltung des Einzelhändlers werden seine Produkte häufig in KI-gesteuerten Gesprächen empfohlen.

Auch die Investition des Unternehmens in Sparky, das sowohl auf Open-Source- als auch auf proprietären KI-Modellen entwickelt wurde, zahlt sich aus: Die Hälfte der Walmart-App-Benutzer hat mit dem Chatbot interagiert, wobei Sparky-Benutzer 35 Prozent mehr pro Bestellung ausgeben als durchschnittliche Käufer.

Obwohl Walmart die aktuellen Einschränkungen von Sparky anerkennt (langsame Reaktionen, gelegentliche Unzuverlässigkeit), legt Walmart Wert auf Verbesserungen. Ziel ist es, den Chatbot so zu trainieren, dass er proaktiv individuelle Einkaufsgewohnheiten erlernt und seinen Nutzen abteilungsübergreifend, einschließlich der Apothekendienste, ausweitet.

Im Gegensatz zu Amazon, das kürzlich eine gerichtliche Anordnung zur Blockierung automatisierter Einkaufstools beantragt hat, ist Walmart weiterhin offen für den Einkauf anderer KI-Agenten auf seiner Website. Walmart’s stance reflects a willingness to adapt to evolving consumer behavior, even if full automation remains distant.

„Die Idee, dass alles automatisiert wird, ist vielleicht etwas weit hergeholt“, sagt Daniel Danker. „Die Leute sind begeistert davon, Kleidung für ihr Zuhause und ihre Kinder einzukaufen.“

Der Übergang vom fehlgeschlagenen Instant-Checkout zur Chatbot-Integration signalisiert einen pragmatischen Ansatz für den KI-Handel. Walmart versucht nicht, das Einkaufen zu ersetzen; Es passt sich an, um Kunden dort zu treffen, wo sie sind, in einer Welt, die zunehmend von Konversations-KI geprägt ist.