TikTok hat sich darauf geeinigt, ein neues, weitgehend in US-amerikanischem Besitz befindliches Unternehmen zu gründen und damit jahrelange politische und rechtliche Herausforderungen zu lösen, die seine Präsenz auf dem amerikanischen Markt bedrohten. Der Schritt zielt darauf ab, nationale Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den Verbindungen der App zur chinesischen Muttergesellschaft ByteDance auszuräumen.
Wichtige Details der Vereinbarung
Ein Konsortium nicht-chinesischer Investoren wird über 80 % des neuen US-amerikanischen TikTok-Betriebs kontrollieren. Zu diesen Investoren gehören der Technologieriese Oracle, die emiratische Investmentfirma MGX und Silver Lake, eine bekannte Investmentfirma. Neben anderen Firmen beteiligt sich auch Michael Dell, Gründer von Dell Technologies, über ein persönliches Anlageinstrument. Adam Presser, bisheriger Betriebsleiter von TikTok, wird als CEO die US-Abteilung leiten.
Der Deal kommt nach einer sechsjährigen Prüfungsphase zustande, zu der auch Versuche des Kongresses, die App zu verbieten, und intensive Debatten zwischen den USA und China gehörten. Dadurch wird sichergestellt, dass TikTok weiterhin in den Vereinigten Staaten tätig sein und seine über 200 Millionen amerikanischen Nutzer bedienen kann.
Warum das wichtig ist
Das Kernthema dieses Abkommens ist die nationale Sicherheit. US-Gesetzgeber befürchteten, dass ByteDances Eigentum an TikTok der chinesischen Regierung Zugriff auf Benutzerdaten oder die Manipulation von Inhalten ermöglichen könnte. Diese Befürchtung rührte von den umfassenderen Spannungen zwischen den USA und China über die technologische Dominanz her, da beide Nationen um Einfluss in kritischen Industrien konkurrieren.
„Diese Vereinbarung ermöglicht es unseren US-Nutzern, weiterhin als Teil der lebendigen globalen Community von TikTok zu entdecken, zu kreieren und zu gedeihen“, sagte TikTok-CEO Shou Chew in einem internen Memo.
TikTok war jahrelang existenziell bedroht: Sollte es nicht gelingen, sich von ByteDance zu distanzieren, drohte ein Totalverbot. Das Überleben der App hing davon ab, die Bedenken der USA zu besänftigen und gleichzeitig ihre kulturelle Relevanz beizubehalten, die alles von viralen Tänzen bis hin zu politischen Kommentaren umfasst.
Der lange Weg zur Lösung
Die Saga beinhaltete überparteiliche Bemühungen, TikTok einzuschränken, mit Unterstützung sowohl der Trump- als auch der Biden-Regierung sowie einstimmiger Unterstützung des Obersten Gerichtshofs. Influencer und Nutzer mobilisierten, um die App zu verteidigen, machten Lobbyarbeit bei Politikern und organisierten Proteste. Die Verzögerung der Maßnahmen führte jedoch dazu, dass einige Interessengruppen den Fokus verloren, was die Langwierigkeit des Streits verdeutlichte.
Die Vereinbarung markiert das Ende einer rechtlichen Odyssee, die die Grenzen der digitalen Souveränität und des geopolitischen Einflusses auf die Probe gestellt hat. Trotz anfänglicher Bedenken ist es TikTok gelungen, die Herausforderungen zu meistern und seine anhaltende Präsenz in einem seiner größten Märkte sicherzustellen.
Letztendlich zeigt dieser Deal, wie politischer Druck die globale Technologielandschaft umgestalten kann und Unternehmen dazu zwingt, sich an die sich ändernden nationalen Sicherheitsprioritäten anzupassen. Das Ergebnis ist ein Kompromiss, der es TikTok ermöglicht, in den USA unter neuem Eigentümer zu operieren, aber er schafft auch einen Präzedenzfall für die künftige Prüfung ausländischer digitaler Plattformen.






























