Die USA stehen vor einem erneuten Masernanstieg, da die Impfraten sinken

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Die Vereinigten Staaten bereiten sich auf ein weiteres schweres Jahr mit Masernausbrüchen vor, wobei die Fälle in South Carolina bereits rapide eskalieren und einen schweren Ausbruch in West-Texas aus dem Vorjahr widerspiegeln. Das Wiederaufleben unterstreicht eine entscheidende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit: Sinkende Impfraten gepaart mit zunehmender Skepsis gegenüber Impfstoffen machen Gemeinden anfällig für eine hochansteckende und potenziell gefährliche Krankheit.

Die wachsende Bedrohung: South Carolina und darüber hinaus

Bis zum 20. Januar hat South Carolina 646 Masernfälle bestätigt, die sich hauptsächlich auf die Region „Upstate“ konzentrieren. Dieser Ausbruch begann im vergangenen Herbst und überschritt schnell die Schwelle für die offizielle Anerkennung (drei oder mehr miteinander verbundene Fälle) und droht nun die Zahl von 762 in West-Texas gemeldeten Fällen zu überschreiten, was zu Krankenhausaufenthalten und zwei Todesfällen bei ungeimpften Schulkindern führte.

Mediziner schlagen Alarm. „Angesichts der Größe des aktuellen Ausbruchs … glaube ich nicht, dass das ein gutes Zeichen für das laufende Jahr ist“, sagt Dr. Susan Kline, Spezialistin für Infektionskrankheiten an der University of Minnesota. Notärzte in Greenville, South Carolina, berichten von einer Verschlechterung der Situation, wobei täglich neue Fälle im zweistelligen Bereich auftreten.

Warum das wichtig ist: Masern sind nicht nur eine Kinderkrankheit

Masern sind außergewöhnlich ansteckend; Das Virus kann stundenlang in der Luft bleiben, nachdem eine infizierte Person hustet oder niest. Die Symptome beginnen mit Fieber, Husten und laufender Nase, bevor der charakteristische Ausschlag auftritt. Während sich die meisten Menschen erholen, können Masern schwerwiegende Komplikationen verursachen, insbesondere bei Säuglingen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Lungenentzündung, ein häufiger Todesfall im Zusammenhang mit Masern, stellt ein großes Risiko dar.

Der Ausbruch in South Carolina hat bereits zu 10 Krankenhausaufenthalten geführt, von denen sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sind. Die Fälle wurden auf Universitätsgeländen (Clemson- und Anderson-Universitäten) und an einer wachsenden Zahl öffentlicher Expositionsorte festgestellt. Derzeit stehen 538 weitere Personen im Bundesstaat unter Quarantäne und warten auf die Entwicklung von Symptomen.

Die Rolle von Impfungen und Fehlinformationen

Der Hauptgrund für dieses Wiederaufleben sind sinkende Impfraten. Von den 646 Fällen in South Carolina betreffen 563 ungeimpfte Personen, weitere 12 hatten nur eine Dosis des MMR-Impfstoffs erhalten. Der MMR-Impfstoff ist zwar hochwirksam, aber nicht narrensicher, und Personen mit geschwächtem Immunsystem können möglicherweise keinen vollständigen Schutz erreichen.

Die Ausbreitung einer Impfgegner-Stimmung, die während der Trump-Regierung an Fahrt gewann, hat das Problem verschärft. Ohne eine weit verbreitete Immunität werden Masern voraussichtlich wieder zu einer erheblichen Bedrohung für die öffentliche Gesundheit werden.

Das Fazit

Die eskalierenden Masernausbrüche in den USA verdeutlichen die Gefahren sinkender Impfraten und der anhaltenden Fehlinformationen über Impfstoffe. Ohne verstärkte Impfbemühungen und ein erneuertes Engagement für die öffentliche Gesundheitserziehung werden diese Ausbrüche wahrscheinlich anhalten, gefährdete Bevölkerungsgruppen gefährden und die Gesundheitssysteme belasten.