Senatoren fordern, dass die CFTC in Rechtsstreitigkeiten auf dem Prognosemarkt neutral bleibt

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Eine überparteiliche Gruppe von 23 US-Senatoren hat die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) offiziell aufgefordert, nicht in laufende Klagen auf Landesebene bezüglich der Rechtmäßigkeit von Prognosemärkten einzugreifen. Diese Plattformen, die es den Nutzern ermöglichen, auf den Ausgang künftiger Ereignisse von politischen Wahlen bis hin zu geopolitischen Konflikten zu wetten, haben schnell an Bedeutung gewonnen, wurden aber auch einer erheblichen rechtlichen Prüfung unterzogen.

Der Kernstreit dreht sich um die Zuständigkeit: Die Bundesregierung klassifiziert diese Märkte als Derivatehandel und stellt sie unter die Aufsicht der CFTC. Mehrere Staaten argumentieren jedoch, dass sie wie traditionelles Glücksspiel reguliert werden sollten und den örtlichen Gesetzen unterliegen. Dieser Konflikt hat mindestens 19 Bundesklagen ausgelöst, darunter einen aktuellen Fall in Massachusetts, wo ein Richter Kalshis Sportvertragsangebote wegen Betriebes ohne staatliche Glücksspiellizenz stoppte.

Der Brief der Senatoren, angeführt von Adam Schiff aus Kalifornien, fordert den CFTC-Vorsitzenden Michael Selig dringend auf, sich aus diesen Auseinandersetzungen vor staatlichen Gerichten herauszuhalten. Sie fordern außerdem ein Verbot von Märkten mit sensiblen Themen wie Krieg, Terrorismus oder Attentaten. Der Schritt spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich der ethischen und rechtlichen Auswirkungen dieser Plattformen wider, insbesondere nach den jüngsten Verhaftungen in Israel im Zusammenhang mit der Nutzung geheimer militärischer Geheimdienste für Wetten auf Polymarket.

Warum das wichtig ist: Prognosemärkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie eine Crowdsourcing-Prognose zukünftiger Ereignisse in Echtzeit bieten. Dies hat Auswirkungen auf die Finanzmärkte, die politische Analyse und sogar die nationale Sicherheit. Die Frage ist, ob sie als spekulative Finanzinstrumente im Rahmen der Bundesregulierung oder als Glücksspielprodukte behandelt werden sollten, die der staatlichen Kontrolle unterliegen. Die Entscheidung der CFTC wird die Zukunft der Branche prägen und das Gleichgewicht zwischen Innovation und Verbraucherschutz beeinflussen.

Selig hat seine Absicht signalisiert, die ausschließliche Zuständigkeit der CFTC zu verteidigen, und argumentiert, dass es sich bei diesen Märkten nicht um einfache Wetten handele. Die Senatoren behaupten jedoch, dass diese Plattformen den Verbraucherschutz von Staaten und Stämmen umgehen, keine öffentlichen Einnahmen generieren und den Regulierungsrahmen untergraben. Befürworter der Industrie, wie der ehemalige US-Abgeordnete Sean Patrick Maloney, argumentieren, dass es den Staaten an Fachwissen mangele, um komplexe Derivatemärkte zu überwachen.

Die Biden-Regierung versuchte zuvor, strengere Vorschriften einzuführen und schlug ein Verbot bestimmter Verträge vor, doch die Trump-Regierung änderte ihren Kurs. Seligs aktueller Ansatz, einschließlich der Einrichtung eines Beirats mit Branchen-CEOs, hat bei den Gesetzgebern Kritik hervorgerufen. Die CFTC hat noch nicht auf die Forderungen der Senatoren reagiert.

Letztendlich wird der Ausgang dieser Rechtsstreitigkeiten und die Position der CFTC darüber entscheiden, ob Prognosemärkte weiterhin in einem weitgehend unregulierten Umfeld agieren oder einer strengeren Aufsicht durch die Regierungen der Bundesstaaten unterliegen.