Aus neu veröffentlichten Akten des Justizministeriums geht hervor, dass Jeffrey Epstein einen Mitarbeiter von Elon Musk während einer chaotischen Zeit für Tesla im Jahr 2018 beraten hat, als der CEO erwog, das Elektroautounternehmen privat zu nehmen. Die Korrespondenz zwischen Epstein und der Lobbyistin Juleanna Glover zeigt Diskussionen über die Sicherung der Finanzierung, potenzielle Vorstandsmitglieder und sogar Musks Führungsqualitäten. Dieser Austausch fand statt, während Musk wegen seines unberechenbaren Verhaltens, einschließlich einer Verleumdungsklage aufgrund eines kontroversen Tweets, öffentlich unter die Lupe genommen wurde.
Musks Krise 2018 und Epsteins Intervention
Im August 2018 twitterte Musk, er erwäge „die Privatisierung von Tesla“ für 420 US-Dollar pro Aktie und behauptete, die Finanzierung sei gesichert. Die Ankündigung löste eine Untersuchung der SEC wegen Wertpapierbetrugs aus. Gleichzeitig wandte sich Glover an Epstein, um Hilfe bei der Gestaltung eines möglichen Deals mit dem Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens zu erhalten.
Epstein, der Verbindungen zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman hatte, wurde gebeten, PIF davon zu überzeugen, sich auf die Take-Private-Transaktion einzulassen. Glover glaubte, dass Epsteins Einfluss helfen könnte, und erklärte, sie habe „gehört, dass Epstein MBS nahe steht, also habe ich Kontakt aufgenommen.“ Berichten zufolge hatte Musk selbst keine Kenntnis von diesen Mitteilungen.
Deal-Diskussionen und Empfehlungen der Vorstandsmitglieder
Aus E-Mails geht hervor, dass Glover die Finanzdaten von Tesla mit Epstein geteilt hat und damit dessen Wachstumspotenzial hervorgehoben hat. Epstein reagierte skeptisch und betonte angesichts der jüngsten Ausbrüche von Musk die Bedeutung von „Cashflows“ und „Stabilität“. Trotz seiner Zweifel suchte Glover weiterhin Epsteins Rat und stellte auf seinen Vorschlag hin sogar eine Liste potenzieller Tesla-Vorstandsmitglieder zusammen.
Die Liste umfasste Namen wie den ehemaligen stellvertretenden Generalstaatsanwalt Larry Thompson, Richard Parsons und sogar verstorbene Persönlichkeiten wie Margaret Thatcher. Epsteins Rolle erstreckte sich auch auf die Beeinflussung der Medienberichterstattung und bot an, ein Profil von Musk in der New York Times zu „gestalten“, ohne dabei „Fingerabdrücke“ zu hinterlassen. Der Artikel, der in Zusammenarbeit mit Musk erschien, befasste sich mit Bedenken hinsichtlich seines emotionalen Zustands und der Verwendung von Ambien.
Epsteins Einfluss von Reportern bestätigt
Die veröffentlichten Akten bestätigen Epsteins aktive Beteiligung an den Verhandlungen hinter den Kulissen. Er kommunizierte direkt mit dem Times -Reporter Landon Thomas Jr. und behauptete fälschlicherweise, Musk benötige für den Deal weniger als 10 Milliarden US-Dollar in bar. In einem späteren Austausch würdigte Thomas Epsteins „epische“ Rolle bei der Sicherung des Musk-Interviews und erklärte: „Sie haben geliefert!“
Epstein lobte den Artikel auch gegenüber dem Times -Reporter James B. Stewart, bestand jedoch darauf, dass er keine offiziellen Kommentare abgeben würde. Obwohl Glover jede Rolle verneinte, deuten die Beweise darauf hin, dass Epstein auf Anweisung von Musk ein Hintergrundinterview mit Stewart führte.
Die Enthüllungen unterstreichen das Ausmaß, in dem Epsteins Netzwerk auch nach seiner Verurteilung wegen Sexualdelikten mit hochkarätigen Geschäftsleuten in Berührung kam. Die Episode wirft Fragen zur Sorgfaltspflicht, zu ethischen Grenzen und zu den Anstrengungen auf, die Einzelpersonen unternehmen werden, um Geschäfte abzuschließen, unabhängig davon, welches Unternehmen sie führen.
